Wenn du deinen Shop in Hamburg-Mitte betreibst, aber international verkaufst, brauchst du klare Steuerregeln.
Shopware 6 bietet dir flexible Möglichkeiten, um Mehrwertsteuer (MwSt.), OSS-Regelungen und länderspezifische Steuersätze automatisch zu verwalten.
Dieser Beitrag zeigt dir Schritt für Schritt, wie du das einrichtest – von EU-Weitverkauf bis Drittland-Export.
Grundlagen der Steuerverwaltung in Shopware 6
In Shopware 6 verwaltest du Steuern zentral unter Einstellungen → Steuern.
Dort legst du fest, welche Steuersätze für welches Land gelten.
Die Steuerberechnung basiert auf dem Lieferland des Kunden und kann dynamisch angepasst werden – ideal für Händler:innen, die von Hamburg aus international verkaufen.
Schritt-für-Schritt: Internationale Steuern konfigurieren
- Steuersätze anlegen:
Gehe in Einstellungen → Steuern und erstelle Einträge wie „Standard 19 %“, „Ermäßigt 7 %“, „EU 20 %“ usw.
Du kannst jedem Land individuelle Steuersätze zuweisen. - Länder und Regionen aktivieren:
Unter Einstellungen → Länder aktivierst du alle relevanten Verkaufsregionen (z. B. Österreich, Schweiz, Frankreich).
Jeder Region kannst du einen Steuersatz und Währungsregeln zuordnen. - Steuerregel anlegen:
Für jedes Land definierst du, welcher Steuersatz gilt.
Beispiel:- Deutschland – 19 % / 7 %
- Frankreich – 20 %
- Schweiz – 7,7 %
- Steuerzone bestimmen:
Shopware erkennt anhand der Versandadresse des Kunden das Land und wendet automatisch den passenden Satz an. - OSS (One-Stop-Shop) aktivieren:
Seit 2021 gilt innerhalb der EU die OSS-Regelung.
Damit verrechnest du die Umsatzsteuer für alle EU-Verkäufe zentral über das Bundeszentralamt für Steuern.
Stelle sicher, dass du im Shopware-Backend unter „Länder → Steuermodell“ die OSS-Regelung aktivierst.
Mehr Infos findest du in der offiziellen Doku: Shopware Dokumentation: Steuern.
Besonderheiten für Händler:innen in Hamburg-Mitte
Als Händler in Hamburg-Mitte unterliegst du dem deutschen Umsatzsteuergesetz.
Wenn du an Kund:innen im Ausland verkaufst, gilt:
- Innerhalb der EU: OSS-Verfahren anwenden → Steuer richtet sich nach dem Land des Endkunden.
- Außerhalb der EU: Steuerbefreit (0 %), wenn die Ware exportiert wird.
- B2B-Kunden mit USt-ID: Reverse-Charge-Verfahren – keine deutsche Umsatzsteuer berechnet.
Shopware kann all das automatisch abbilden, wenn du deine Steuerregeln und Kundengruppen korrekt definierst.
Empfohlene Plugins zur Steuerverwaltung
Für komplexe Szenarien kannst du Plugins einsetzen, die dir zusätzliche Automatisierung bieten.
Hier drei geprüfte Erweiterungen aus dem deutschen Shopware Store:
- Advanced Tax Rules – Steuerberechnung im Checkout und flexible Steuerregeln basierend auf Produktgruppen, Kundentypen und Versandländern. Individuelle Steuersätze mit dem Rulebuilder. Flexible Steuerregeln für Dropshipping, B2B-Länder, Produktgruppen u.v.m. – compliance-sicher und ohne Code.
- B2B MwSt: Steuerfrei bei Eingabe der UID Nummer inkl. UST ID Prüfung – Kunden, welche eine gültige UID Nummer (USt-IdNr.) eingeben, können im Store Preise ohne Mehrwertsteuer sehen. Im Checkout kann (Länder abhängig) auch ohne MwSt fakturiert werden.
- OSS Steuern (Mehrwertsteuer) je Land in Preis berücksichtigen (Netto + Mwst des Landes) – Einstellbar, ob der Verkaufspreis inkl. der eingestellten Mwst des Landes verwendet werden soll oder wie im Shopware Standard sich der Verkaufspreis nicht ändert sondern nur die Mwst.
Steuern testen & prüfen
Nach der Einrichtung solltest du unbedingt Tests durchführen:
- Lege Testkunden in verschiedenen Ländern an.
- Simuliere Bestellungen mit unterschiedlichen Versandadressen.
- Überprüfe Rechnungen auf korrekte Steuerbeträge.
- Teste Reverse-Charge mit EU-USt-IDs.
Shopware berechnet dynamisch je nach Land und Kundentyp.
Prüfe, ob alle Produkte dem richtigen Steuersatz zugeordnet sind (z. B. Lebensmittel 7 %, Non-Food 19 %).
Steuerexport & Buchhaltung
Für den Export deiner Umsatzsteuerdaten kannst du Tools wie DATEV-Schnittstellen oder Lexoffice-Integrationen nutzen.
So übergibst du alle Daten sauber an Steuerberater oder Finanzamt.
Viele Anbieter, etwa DATEV-Export Plugin, erleichtern dir diesen Schritt.
Fazit
Shopware 6 bietet ein robustes Steuerframework für internationale Shops.
Mit den richtigen Einstellungen und Plugins kannst du problemlos von Hamburg-Mitte aus in ganz Europa oder weltweit verkaufen – rechtskonform und automatisiert.
Wichtig ist, dass du deine Steuersätze, Kundengruppen und Länderregeln sauber pflegst und regelmäßig prüfst.
Deine Meinung
Wie handhabst du aktuell internationale Steuern in deinem Shop? Schreib’s in die Kommentare – ich zeig dir, wie du OSS und Reverse-Charge optimal kombinierst.
